Geschichte
30.10.2025 in Geschichte von SPD Pankow

Am 30. Oktober 1989 war es soweit: Nach satten 1.519 Sendungen verabschiedete sich der „Schwarze Kanal“ von den Bildschirmen der DDR – und damit auch Karl-Eduard von Schnitzler, liebevoll oder ironisch auch Sudel-Ede genannt. Fast 30 Jahre lang hat er ausgeschnitten, verzerrt und propagandistisch interpretiert, was im Westen über die DDR zu sehen war.
Die Devise: alles aus dem Kontext reißen, den Klassenfeind bloßstellen – und dabei glauben, dass jemand das wirklich noch ernst nimmt. Ab Mitte der 1970er-Jahre jedoch sank die Zuschauerzahl stetig. Offenbar merkten die DDR-Bürger, dass man selbst einem Monolog, der so subtil wie ein Vorschlaghammer ist, irgendwann nicht mehr zuhören kann.
Als Abgeordneter der SPD sehe ich in der Abschaltung dieses Formats nicht nur das Ende einer TV-Ära, sondern eine kleine politische Einordnung: Weg mit der Dauerpropaganda, her mit einem Medienangebot, das tatsächlich informiert, statt einzuschüchtern. Karl-Eduard von Schnitzler mag noch in Erinnerung bleiben – als Mahnung, dass man Fernsehen auch weniger subtil manipulieren kann.
Kurzum: Der „Schwarze Kanal“ ist Geschichte. Und alle konnten erleichtert aufatmen. Mit einem leisen Schmunzeln und einem festen Griff nach der Fernbedienung.
29.10.2025 in Geschichte von SPD Pankow

Am 29. Oktober 1923 erklang aus dem Berliner Vox-Haus die erste offizielle Radiosendung Deutschlands. „Achtung, Achtung! Hier ist die Sendestelle Berlin!“ – ein Satz, der Geschichte schrieb. Berlin war Geburtsstadt des deutschen Rundfunks und damit Ausgangspunkt einer medialen Revolution.
Seitdem hat das Radio Generationen bewegt – im wahrsten Sinne des Wortes. Wie legendär muten heute die ersten Fußballreportagen an, als Reporter mit bebender Stimme das Spielgeschehen ins Wohnzimmer trugen. Diese Nähe, diese Emotion: Sie machten das Radio zum Medium des Volkes – und zum Klang der Demokratie.
Doch die Geschichte mahnt auch: Das Radio wurde genutzt, um zu verbinden, aber auch, um zu verführen. Medienfreiheit und Vielfalt müssen stets verteidigt werden – auch das gehört zur demokratischen Verantwortung unserer Zeit.
Heute, 102 Jahre später, sendet Berlin weiter: kritisch, kreativ, vielfältig. Ob rbb, FluxFM oder die vielen freien Initiativen – sie alle halten das Versprechen von 1923 lebendig: Menschen hörbar zu machen.
Denn wo Berlin sendet, hört die Demokratie zu.
15.10.2025 in Geschichte von SPD Pankow

Am 7. Oktober 1949 wurde die Deutsche Demokratische Republik offiziell gegründet. Doch obwohl die DDR damit ein eigenes Parlament, die Volkskammer, benötigte, blieb dieses zunächst nur provisorisch: Die Abgeordneten stammten aus dem Volksrat, einer Art Übergangsgremium, und hatten keine direkte Legitimation durch die Bevölkerung. Erst über ein Jahr später, am 15. Oktober 1950, fanden die ersten Wahlen zur Volkskammer statt – ein deutlicher Hinweis auf die Diskrepanz zwischen Staatsgründung und demokratischer Legitimation.
Bereits im Vorfeld war klar, dass die Wahlen alles andere als frei und pluralistisch sein würden. Die SED hatte die Kandidaten in einer sogenannten „Einheitsliste“ zusammengestellt, auf der alle Abgeordneten festgeschrieben waren. Die Wahl war damit formal eine Abstimmung, tatsächlich jedoch ein Instrument der SED zur Festigung ihrer Kontrolle über das Parlament und die Landes- sowie Kommunalvertretungen.
Die zeitliche Verzögerung zwischen Gründung der DDR und der ersten Volkskammerwahl zeigt deutlich, dass die politische Macht von Beginn an zentralisiert und nicht vom Volk unmittelbar legitimiert wurde. Aus meiner Sicht als Sozialdemokrat bleibt dies ein mahnendes Beispiel dafür, wie wichtig echte, freie Wahlen für eine demokratische Gesellschaft sind. Ein Parlament, das seine Legitimation erst mehr als ein Jahr nach der Staatsgründung erhält, kann nur schwer als Ausdruck des Volkswillens verstanden werden.
Die Wahl von 1950 markierte also nicht nur den offiziellen Start der Volkskammer, sondern auch den Beginn eines Systems, in dem politische Mitbestimmung stark eingeschränkt war – ein entscheidender Unterschied zu den demokratischen Grundprinzipien, für die wir als SPD immer eintreten.
14.10.2025 in Geschichte von SPD Pankow

Vor genau 35 Jahren, am 14. Oktober 1990, fanden in den neu gegründeten Ländern Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen die ersten freien Landtagswahlen nach der Wiedervereinigung statt. Nur wenige Tage nach dem Beitritt der Deutschen Demokratischen Republik zur Bundesrepublik Deutschland erhielten die Menschen in Ostdeutschland damit die Möglichkeit, ihre neuen Landesparlamente demokratisch zu wählen – ein entscheidender Schritt auf dem Weg zur politischen Einheit und zur Wiederherstellung des föderalen Deutschlands.
Diese Wahlen standen für Aufbruch, Selbstbestimmung und den Mut, Demokratie neu zu gestalten. Sie gaben den Menschen in Ostdeutschland eine Stimme und schufen die demokratische Grundlage, auf der sich die neuen Länder seither entwickeln konnten.
Auch Berlin hatte in dieser Zeit eine besondere Bedeutung – und eine besondere Aufgabe. Hier, wo jahrzehntelang eine Mauer trennte, wuchsen ab 1990 zwei sehr unterschiedliche Stadthälften zusammen. Mit der Wiedervereinigung wurde Berlin nicht nur wieder Hauptstadt, sondern auch Symbol für das Zusammenwachsen unseres Landes. Die erste gemeinsame Wahl zum Abgeordnetenhaus am 2. Dezember 1990 war mehr als ein Verwaltungsakt – sie war ein sichtbares Zeichen dafür, dass die Menschen in Ost und West wieder gemeinsam über die Zukunft ihrer Stadt entscheiden konnten.
Berlin steht bis heute für diese Kraft der Einheit. Unsere Stadt erinnert uns daran, dass Demokratie immer wieder neu belebt werden muss – durch Vertrauen, Teilhabe und den festen Glauben daran, dass wir gemeinsam mehr erreichen.
Heute, 35 Jahre nach den ersten Landtagswahlen in den neuen Bundesländern, ist dies ein Anlass, den Mut und die Hoffnung jener Zeit zu würdigen. Das Engagement der Bürgerinnen und Bürger, die damals Verantwortung übernommen haben, bleibt ein Vorbild – für unsere Demokratie, für unsere Einheit und für unser Berlin.
06.08.2025 in Geschichte von SPD Pankow

Vor 80 Jahren, am 6. und 9. August 1945, wurden die japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki durch den Abwurf von Atombomben nahezu vollständig zerstört. Diese Tage markieren einen tiefen Einschnitt in der Geschichte der Menschheit – als erstes und bis heute einziges Mal wurden Atomwaffen in einem Krieg eingesetzt.
Die erste Bombe mit dem Codenamen „Little Boy“ traf Hiroshima am Morgen des 6. August. Innerhalb von Sekunden starben zehntausende Menschen, die meisten von ihnen Zivilistinnen und Zivilisten. In den folgenden Monaten stieg die Zahl der Todesopfer auf bis zu 120.000. Drei Tage später, am 9. August, wurde „Fat Man“ über Nagasaki abgeworfen – weitere bis zu 80.000 Menschen verloren ihr Leben. Die verheerenden Angriffe zwangen Japan zur Kapitulation – und beendeten den Zweiten Weltkrieg, doch sie öffneten zugleich das atomare Zeitalter.
Die Ruinen der Städte, das Leid der Überlebenden – der Hibakusha –, und die furchtbaren Spätfolgen der radioaktiven Verstrahlung mahnen uns bis heute. Hiroshima und Nagasaki stehen nicht nur für das Ende eines Weltkriegs, sondern auch für den Beginn einer Ära, in der die Menschheit ihre eigene Auslöschung technisch möglich gemacht hat.
Als Demokrat, Sozialdemokrat und Parlamentarier erinnere ich an diese Tage nicht nur als Mahnung. Ich sehe sie als Verpflichtung. Nie wieder dürfen wir zulassen, dass Atomwaffen eingesetzt werden.
Der Jahrestag von Hiroshima und Nagasaki ist ein Tag der Trauer – und ein Tag der Verpflichtung. Wir gedenken der Opfer. Und wir versprechen, aus der Geschichte zu lernen.
Wenn ihr Interesse daran habt, die Arbeit unserer Abteilung näher kennen zu lernen, schreibt uns gern eine Mail an wir@spdboetzowviertel.de. Wir freuen uns von Euch zu hören und auf ein persönliches Kennenlernen!
Tino Schopf
Unser Abgeordneter im Berliner Abgeordnetenhaus, Wahlkreis Pankow 9
Cansel Kiziltepe
Unsere Senatorin für Arbeit, Soziales, Gleichstellung, Integration, Vielfalt und Antidiskriminierung im Land Berlin
Gabi Bischoff
Unsere Abgeordnete im Europaparlament
SPD Fraktion BVV Pankow
Ihre SPD Fraktion in der Pankower BVV
SPD Pankow
Ihre SPD im Bezirk Pankow