„Jetzt sind wir dran“ lautet in diesem Jahr das Motto der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (ASF) zum Internationalen Frauentag. „Alle Menschen müssen für ihre Arbeit ein Einkommen erhalten, das ihnen eine eigenständige Existenz sichert. Das bleibt vielen Frauen noch immer vorenthalten", betont die ASF-Landesvorsitzende Eva Högl.
"Unsere Ziele sind Geschlechtergerechtigkeit und Gleichstellung von Frauen und Männern. Deshalb ist der Internationale Frauentag wichtig", erklärt sie. "Aber noch wichtiger ist es, sich auch an den übrigen 364 Tagen im Jahr für die Rechte von Frauen einzusetzen."
In dem ASF-Aufruf zum Frauentag heißt es: "Wir wollen gute Arbeit. Das heißt für uns, wir wollen gleiche Chancen für Frauen und Männer auf dem Arbeitsmarkt. Immer mehr Frauen sind erwerbstätig, doch das Arbeitszeitvolumen, das von ihnen geleistet wird, sinkt. Immer noch bekommen Frauen in Deutschland über 20 Prozent weniger Geld für ihre Erwerbsarbeit – sagt die amtliche Statistik. Somit teilen sich immer mehr Frauen einen immer kleineren Kuchen. Mit geringfügiger Beschäftigung, die für Frauen häufig die einzige Erwerbstätigkeit darstellt, lässt sich keine eigenständige Existenz sichern."
Deshalb fordert die ASF gleichen Lohn für gleiche und gleichwertige Arbeit, faire Löhne für gute Arbeit und einen flächendeckenden Mindestlohn. "Wir wollen das Steuerrecht umgestalten. Ehegattensplitting und Lohnsteuerklasse V machen die Erwerbstätigkeit für verheiratete Frauen oft unattraktiv", so die SPD-Frauen. "Wir wollen junge Frauen ermutigen, Zukunfts- und Aufstiegsperspektiven und eine gute Bezahlung zu einem wichtigen Kriterium ihrer Berufswahl zu machen. Wir wollen mehr für Frauen auch in Führungspositionen. Bisher hat die freiwillige Vereinbarung zwischen Wirtschaft und Bundesregierung keine nennenswerten Fortschritte gebracht. Daran wird auch die dritte Bilanz, die im nächsten Monat vorliegen soll, nicht viel ändern", sind sie sicher. Für die ASF ist seit Jahren klar: "Wir brauchen ein Gleichstellungsgesetz. Wir wollen Frauen in Wirtschaft, Verwaltungen, Wissenschaft, Forschung und Lehre sowie Aufsichtsgremien den Weg in Spitzenpositionen ebnen."
Es sei gut, dass Frauen die Möglichkeiten des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes zu nutzten, um gegen Diskriminierung zu klagen und ihre Ansprüche einzufordern. "Von der auch für Frauen zuständigen Bundesministerin von der Leyen und von der Antidiskriminierungsstelle des Bundes, die in ihrer Verantwortung liegt, erwarten wir, dass sie endlich etwas gegen die alltägliche Diskriminierung von Frauen in unserer Gesellschaft tun. Denn: Jetzt sind wir dran."