Mieterstromanlage stärkt soziale Energiewende in Berlin

Veröffentlicht am 01.08.2017 in Bundestag

Machen sich für die soziale Energiewende in Berlin stark. Bildquelle: GESOBAU AG / Christoph Schieder

Nach der Verabschiedung des Gesetzes zur Förderung von Mieterstrom besichtigen Verbandsvertreter und MdB Klaus Mindrup eine der größten Mieterstromanlagen Deutschlands im Bestand der GESOBAU.

Einen Monat nachdem der Deutsche Bundestag das „Gesetz zur Förderung von Mieterstrom und zur Änderung weiterer Vorschriften des Erneuerbare-Energien-Gesetzes“ verabschiedet hat, zeigten die GESOBAU AG und die Berliner Stadtwerke heute am Beispiel der Solaranlagen im Pankeviertel, wie Mieterstrom in Mietshäusern erfolgreich zum Einsatz kommen kann.

Auf 14 Dächern im Ortsteil Pankow sind 4.800 m² Solaranlagen installiert worden, die 1.120 GESOBAU-Haushalte kostengünstig mit rund 520.000 kWh Strom im Jahr versorgen. Damit werden rund 50 Prozent des Bedarfs mit klimafreundlichem Strom vom Dach gedeckt und 290 Tonnen CO2 pro Jahr eingespart. Das neue Gesetz sieht eine staatliche Förderung vor, wenn Vermieter den lokal erzeugten Solarstrom vom eigenen oder einem benachbarten Dach direkt an die Bewohner weitergeben. Eine Verpflichtung zur Nutzung des Solarstroms besteht für die Bewohner nicht.

Jörg Franzen, Vorstandsvorsitzender der GESOBAU AG: „Mit dem neuen Gesetz gewinnt die Nutzung und Weitergabe von erneuerbaren Energien für uns als Vermieter natürlich weiter an Attraktivität. Das Thema war uns im Sinne unserer Nachhaltigkeitsstrategie aber auch schon vorher sehr wichtig, was man an unserer Kooperation mit den Stadtwerken hier im Pankeviertel deutlich sehen kann. Durch die gesetzliche Förderung von Mieterstrom sind nun auch größere Quartierslösungen denkbar, die sich positiv auf die Klimabilanz und die Stromkosten unserer Mieter auswirken.“

Klaus Mindrup, Bundestagsabgeordneter für Pankow, Prenzlauer Berg und Weißensee sowie Berichterstatter für das Thema Mieterstrom: „Das Gesetz ist ein großer Erfolg, damit Mieter endlich auch aktiv an der Energiewende teilhaben können. Mieterstromprojekte wie das von der GESOBAU und den Stadtwerken hier im Pankeviertel sind ein wichtiger Baustein auf dem Weg zu unserem Ziel, Deutschland klimaneutral zu gestalten und den Wohlstand zu sichern.“

Andreas Irmer, Geschäftsführer der Berliner Stadtwerke GmbH: „Wir wollen die Energiewende in die Bezirke Berlins bringen, hierbei sind Mieterstrommodelle ein elementarer Bestandteil. Mit den Erfahrungen aus unseren bestehenden Projekten und der neue Mieterstromgesetzgebung sehen wir gute Voraussetzungen um unseren Ausbaupfad gemeinsam mit der Wohnungswirtschaft in den kommenden Jahren umzusetzen.“

Axel Gedaschko, Präsident des GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen: „Mit dem Mieterstromgesetz sind wir einen entscheidenden Schritt auf dem Weg zu einer erfolgreichen Energiewende im Wohngebäudebereich weitergekommen. Endlich können Mieter nun auch die Vorteile der Energiewende nutzen, statt nur ihre Kosten mittragen zu müssen. Auf diesen Meilenstein müssen aber weitere Schritte folgen. Das gesamte Wohnquartier muss zur Realisierung echter Quartierskonzepte noch stärker in den Fokus rücken und die steuerliche Benachteiligung der Wohnungsunternehmen bei der Einspeisung von Mieterstrom ins allgemeine Netz muss beendet werden.“

Michael Wübbels, stellvertretender Hauptgeschäftsführer und Leiter der Abteilung Energiewirtschaft im Verband kommunaler Unternehmen e.V.: „Das Mieterstromgesetz ist ein wichtiger Schritt, um die Potenziale für erneuerbare Energien in den Ballungsräumen zu nutzen. Wenn die Energiewende gelingen soll, müssen wir alle Möglichkeiten nutzen, auch und gerade auf Dächern. Mit dem energiewirtschaftlichen Know-how der Stadtwerke gelingt es, diese Anlagen optimal zu betreiben. Stadtwerke und Wohnungswirtschaft sind deshalb ideale Partner für die Energiewende in den Städten.“

Ulrich Ropertz, Deutscher Mieterbund: „Mit dem neuen Mieterstromgesetz können wir es schaffen, den Ausbau der Solarenergie im Mietwohnungsbereich voranzutreiben. Hierdurch kann die Energiewende auch in den Städten endlich in Schwung kommen. Mieter können sich aktiv und ganz bewusst für Umwelt und Klimaschutz, für ‚saubere Energie‘ entscheiden. Mieterstrommodelle und entsprechend attraktive Strompreise werden auch die Akzeptanz vieler Mieter gegenüber Energiewende und Klimaschutz erhöhen. Bisher erleben Mieter Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz oder des Einsatzes erneuerbare Energien überwiegend als Wohnkosten steigernde Maßnahmen.“

 
 

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